Ein Thema was mich oft beschäftigt ist: Was ist eigentlich, wenn man selbst zu faul zum Gassigehen ist? Ja, natürlich gibt es jetzt wieder Stimmen da draußen, die das Thema abtun. Darf nicht, sollte nicht etc. Ja, da habt ihr natürlich alle recht. Was ist aber, wenn ein Tag oder eine Zeit mal so stressig war, dass sie an einem nagt, man den Hund trotzdem liebt und einfach mal nicht so fit ist, wie man es gern möchte?

Es gibt sie diese Tage…

Natürlich gibt es diese Tage, an denen man einfach nur ausgelaugt und fertig ist, die kleine Runde geht und dann ein schlechtes Gewissen bekommt, weil man eben doch mal nur um den Block gegangen ist, statt eine große Runde um Feld und Flur zu drehen. Ist mir auch schon des Öfteren passiert. Und ja, auch ich habe dann ein schlechtes Gewissen. Dann nimmt man sich vor am nächsten Tag aber auf jeden Fall die große Runde zu gehen, macht es dann aber doch wieder nicht. Weil einen die Arbeit wieder so geschlaucht hat, dass man nur noch entspannen will. Nicht in der Natur, sondern einfach nur auf der Couch mit einem leckeren Eis, das man vorher im Supermarkt gekauft hat. Ja, und der Hund hat auch schon wieder viel zu viel Leckerchen bekommen, weil man sich das schlechte Gewissen reinwaschen will.

Inständig hoffe ich, dass es vielen Frauchen und Herrchen mal so geht – und nicht nur mir. Eigentlich widme ich diesen Beitrag auch direkt meinem Gewissen. Wenn das aber mal 2-3 Tage oder so, so ist, dann ist das kein großes Ding. Dein Hund wird es dir verzeihen. Vorausgesetzt, du bietest ihm andere Beschäftigung. Allerdings kommt es dabei aber auch auf das Wesen deines Hundes an. Peppy ist meistens „immer bereit“, aber manchmal hat sie auch so Tage, bei denen merkt man ihr richtig an: Heute will ich nicht so richtig. Vor allem dann, wenn es regnet.

Wenn aus Tagen Wochen oder Monate werden…

Anders sieht es allerdings aus, wenn dieser Zustand deinerseits länger andauern sollte. Aus welchen Gründen auch immer. Da solltest du dich schon fragen, ob es so weitergehen kann oder ob du es schaffst, dich doch aufzuraffen.

Manchmal unterschätzt man auch die heilende Kraft der Natur. Dann wird aus einer großen Gassirunde auf einmal ein Quell der Stärkung. Als ich mal so ein Tief hatte, weil es zu einem Trauerfall kam, hat mir das Aufraffen am besten geholfen, weil ich gemerkt habe, dass es mir gut tut.

Schaffst du es aber nicht und es hat echte Gründe, kannst du vielleicht darüber nachdenken, ob du jemanden kennst, der jemanden kennt oder so ähnlich, der vielleicht gern mit deinem Hund durch Wald, Wiesen und Felder streifen würde.

Oder aber du googelst nach einem Gassiservice oder hörst dich in Social Media Gruppen um. Oft gibt es dort Menschen in deiner Nähe, die sich ein kleines Taschengeld verdienen möchten oder einfach so mit Hunden zusammen sein wollen.

Zusätzliche Anreize für dich selbst schaffen

Wenn es dir schwerfällt, versuche Möglichkeiten zu finden, die dich selbst erfreuen würden.

Vielleicht fragst du einfach mal Freunde oder Bekannte, ob sie mit dir mitkommen wollen. So hast du vielleicht einen zusätzlichen Antrieb, der dich von deiner Couch befreit. Oder statt das Eis auf dem Sofa zu naschen, vielleicht ein Spaziergang der zur nächsten Eisdiele führt? Das schmeckt eh besser als das aus dem Supermarkt. Oder du lädst dich selbst bei einem Freund oder Freundin zu einem Kaffee ein und läufst dahin, wenn es nicht allzu weit weg ist?

Ein Thema über das selten einer offen und ehrlich spricht

Mach dir einfach bewusst, dass das Gassigehen für deinen Hund nicht nur eine Gelegenheit ist, seine Notdurft zu verrichten, sondern auch Eindrücke zu sammeln, die „Zeitung zu lesen“ (Gerüche, die andere hinterlassen haben) und sich aktiv zu bewegen. Ein Hund braucht in der Regel nicht stundenlange Auslastung. Gezielt und fordernd reicht meist völlig aus. Falls es aber mal einen Tag gibt, an dem du echt einfach keinen Bock hast, die große Runde zu gehen, ist das in der Regel kein Weltuntergang.