Inzwischen gehen Peppy und ich seit 3,5 Jahren beinahe jedes Wochenende zur Hundeschule. Da macht man sich schon Gedanken, ob das überhaupt noch sinnvoll ist. Wir sind zwar in der „Fortgeschritten-Gruppe“, aber die meisten anderen Hunde sind trotzdem wesentlich jünger. Uns macht es aber Spaß, dahin zu gehen. Wägen wir einfach mal ab.
Warum wir schon 3,5 Jahre zur Hundeschule gehen
Jeden Samstag um 12:00 auf dem Platz. Das ist wie ein festes Ritual. Der Hund freut sich und mein Partner und ich ebenfalls. Wir sitzen beide wegen unserer Arbeit viel am PC und wissen auch sonst in unserer Freizeit oft nicht viel Sinnvolles miteiander anzufangen. Es gäbe sicherlich Vieles, wenn man sich aufrappeln würde, aber ja, kennt man ja. Arbeit überhäuft einen eben manchmal sehr. Das erkennt man gut daran, wenn man von Verwandten oder Bekannten gefragt wird, was man so macht und mit: „Ja, viel Arbeit“ antwortet. Aber ich schweife ab und wiederhole mich gern: Wir gehen gern in die Hundeschule. Vertrautes Umfeld, nette Menschen und viele tolle Hunde. Man sieht live, wie sich die Fellnasen und ihre Menschen entwickeln.
Erst letzte Woche haben wir ein Impulskontrolle-Training gemacht, bei dem die Menschen quasi miteinander gespielt haben. Der Aufbau gestaltete sich zwar recht einfach, aber es war schön zuzusehen, dass die Hunde sich gut unter Kontrolle hatten. Es war ein Kreis aus Matten, auf denen sich die Hunde ablegen sollten. In der Mitte des Kreises standen etwa 25 Pylone, die wir Menschen uns schnappen und unseren Hunden an die Matte stellen sollten. Nachdem alle Pylone aus der Mitte an den Matten standen, sollten wir die Hütchen von anderen Teilnehmern wegnehmen. Da durch entstand eine Dynamik, bei der natürlich nicht jeder Hund die Füße still halten konnte, aber weitestgehend. Das hat wirklich viel Spaß gemacht.
Natürlich gibt es dann auch Hundeschulstunden, bei denen die Leinenführung in den Fokus rückt und man sich denkt: Brauchen wir das wirklich noch? Und ja, auch diese Frage kann ich, wenn ich so darüber nachdenke mit „Ja“ beantworten. Denn ein Hund ist ein Lebewesen und bei weitem, auch nach der 30. Stunde Leinenführung, nicht perfekt. Das ist OK. Und ja, es lastet den Hund aus, wenn man es bewusst macht.
Das alles sind Pluspunkte dafür, dass die Teilnahme in der Hundeschule auch nach über 3 Jahren gerechtfertigt ist.
Wann sollte man aufhören eine Hundeschule zu besuchen?
Bewusst habe ich in der Überschrift „eine“ und nicht „die“ Hundeschule geschrieben. Denn es gibt ein paar Anhaltspunkte, bei denen der Besuch einer Hundeschule auch schon in den Welpenmonaten nicht so toll ist und zu einer nicht so guten Erfahrung wird. Leider habe ich diese mit meinem letzten Hund auch machen müssen.
Gründe, die dafür sprechen, die Hundeschule abzubrechen:
- Der oder die Trainer/in ziehen ein Programm durch, bei dem sie gar nicht individuell auf die Hunde und Menschen eingehen.
- In der Hundeschule wird kein Impfausweis verlangt.
- Man sieht es als Last an, da jedes Mal hin zu müssen.
- Gewalt wird toleriert oder ist Teil der Hundeausbildung.
Das sind für mich die absoluten No-Gos. Darüber hinaus gibt es noch ganz viele weitere, die eher auf das Fachliche anspielen, die Frauchen oder Herrchen aber gar nicht nachvollziehen können, weil ihnen die Basis dazu fehlt.
Ein wichtiger Baustein ist aber auch das Soziale. Und damit meine ich nicht nur, dass man mit den Trainer/innen gut klar kommt und mal einen Kaffee trinken kann, sondern auch, dass die Hunde sozialisiert werden. Meiner Meinung nach, ist das sogar einer der wichtigsten Punkte.
Fühlt man sich allerdings wohl und hat das Gefühl, es macht einem Spaß, spricht nichts dagegen, eine Hundeschule zu besuchen – und zwar egal, in welchem Alter.
Lebenslanges Lernen.
Lebenslang zu lernen ist nichts Falsches. Denn nur wer immer am Ball bleibt, verkümmert nicht. So oder so ähnlich hieß es doch? Uns macht es jedenfalls Spaß und wir sehen einen ganz großen Mehrwert darin, in die Hundeschule zu gehen. Prinzipiell muss das aber jeder für sich ausmachen. Klar spielen auch Faktoren wie Geld und Zeit eine Rolle – aber auch das sind individuelle Punkte. Für mich ist es wirklich wichtig, dass ich mit Peppy soviel wie möglich unternehmen kann, ohne groß eingeschränkt zu sein. Und dadurch, dass wir in der Hundeschule soviel gelernt haben: Stressbewältigung, Impulskontrolle, Umgang mit Frust usw. können wir heute viel mehr Freiheiten genießen. Und dafür bin ich sehr dankbar.
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