Mit dem Hund auf eine OP beim Tierarzt vorbereiten

Warten mit Hund Pepper im Wartezimmer der Tierarztpraxis vor der OP.

Letzte Woche haben wir bei unserer Sheltie-Hündin eine Zubildung an der Gesäugeleiste gefunden. Klar war für uns: So schnell wie möglich zum Tierarzt! Erst ein kurzer Check, dann die Entscheidung: Das Ding muss umgehend raus. Doch wie kann man sich als Halter auf eine OP beim Tierarzt vorbereiten?

Leider habe ich das Szenario schon viel öfter erlebt als mir recht ist. Die Erfahrung bleibt einem ja irgendwie nicht aus, wenn man schon den 3. Hund hat. Ehrlich gesagt, soviel Vorbereitung gibt es da eigentlich nicht. Vor allem, weil der Tierarzt oder die Tierärztin einem sowieso sagt, was zu tun ist. Unterm Strich sind es aber 2 Dinge:

  1. Der Hund muss vor der Narkose 12 h nüchtern sein. Heißt nichts Essen. Wasser ist zu jeder Zeit OK.
  2. Einen Schleckschutz organisieren. Viele Tierärzte empfehlen einen Body. Ich bin da eher von der pragmatischen Fraktion und wähle das „Cone of Shame“.
Hund Pepper mit Schleckschutz (Cone of Shame).
Vor der OP üben wir mit Pepper das Akzeptieren des Schlechtschutzes.

Warum ich mich gegen einen Body entscheide? Na ja, da bin ich wohl eher ein gebrandmarktes Kind. Nach der ersten OP, die ich erlebt habe, habe ich es auch erst mit einem Body versucht. Allerdings war meine Hündin ein kleines Schlitzohr. Sobald ich nämlich geschlafen habe, riss sie sich das Ding vom Körper und biss sich die Wunde auf. Um 6:00 Uhr morgens, als der Wecker klingelte, war alles voller Blut und der Hund saß in der Ecke und hechelte. Also, direkt wieder zum Tierarzt, Narkose, Wunde wieder vernähen und 24 h ohne Schlaf, weil man dem Braten nicht mehr getraut hat. Irgendwas bin ich aus lauter Erschöpfung dann doch eingeschlafen und siehe da: Mit, ich bezeichne es auch gern als „Lampenschirm“ kein Problem.

Natürlich muss man sagen: Nicht jeder Hund ist gleich. Aber bevor ist das nochmal erlebe, ist mir diese Lösung einfach lieber. Aber ja, die 2 Dinge sind es unterm Strich. 12 h vorher nicht mehr füttern und ein Schleckschutz.

Body oder Cone (of Shame): Vorher den Umgang mit dem Schleckschutz üben, ist wichtig

Ganz egal, für welche Form des Schleckschutzes du dich entscheidest, was vor einer OP wichtig ist, ist es den Umgang und die Akzeptanz dafür zu üben. Natürlich nicht erst 5 h vor der OP (da darf der Hund auch keine Leckerli mehr futtern), sondern bestenfalls schon bevor überhaupt eine OP ansteht. Spätestens jedoch dann, wenn du weißt, dass eine OP ansteht. Wie das geht? Durch positive Bestärkung.

So gewöhnst du deinen Hund an Body, Cone oder einen anderen Schleckschutz:

  1. Gehe behutsam vor.
  2. Lass deinen Hund den Schleckschutz beschnuppern.
  3. Öffne den Schleckschutz ganz langsam. Achtung, bei einem Cone kann der Klettverschluss sehr laut sein, deshalb langsam und behutsam. Wenn dein Hund schreckhaft wird, gib ihm Zeit. Mach langsam. Erst ein bisschen, dann lobe ihn und gib ihm Leckerchen. Immer Schritt für Schritt.
  4. Hat dein Hund das Misstrauen gegenüber dem Schleckschutz abgelegt, kannst du ganz langsam damit beginnen, diesen anzulegen. Auch wieder ganz langsam und behutsam. Halte auch hier ausreichend Leckerli bereit.
  5. Trägt dein Hund den Schleckschutz souverän, lass ihn nur 2-3 Minuten an und mach Party mit deinem Hund.

So kannst du deinem Hund die Angst davor nehmen und bist in der Ernstsituation gerüstet. Wichtig ist auch Wiederholung. Klappt es einmal, heißt das nicht, dass dein Hund das in 3 Wochen auch noch draufhat. Nimm den Schleckschutz immer wieder mal und zieh ihn für ein paar Minuten an.

Aufregung spielt eine ganz andere Rolle

Worauf man sich bei einer OP mit dem eigenen Hund natürlich nicht wirklich vorbereiten kann, ist die eigene Aufregung. Was allerdings immer ein guter Ratschlag ist: Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Ich habe als Besitzer bestimmt schon 20 Narkosen/OPs hinter mir und bis heute sind alle gut gegangen. Toi, toi, toi, dass es auch jetzt gerade wieder gut geht. Peppy liegt nämlich gerade unter dem Messer, wenn ich diese Zeilen schreibe. Ich warte auf den Anruf der Tierärztin, dass ich sie abholen kann.

Die man allerdings mit der Aufregung umgeht, vor, während und nach der OP, muss wohl jeder für sich selbst herausfinden. Das ist wohl der schwierigste Teil von allem. Ich könnte jetzt natürlich schreiben: Tee trinken, Yoga-Übungen oder Meditation und das würde wohl dem ein oder anderem helfen, aber solche Tipps sind doch eher aus der Ratgebertüte als eigene Erfahrung. Mir hilft es am besten, einfach tief durchzuatmen und dankbar dafür zu sein, dass die (Tier-)Medizin so weit ist, dass sie helfen kann. Früher hätte man es wohl einfach wuchern lassen.

Ein kurzes Wort zu Krankenversicherung und OP-Versicherung beim Hund

Ich möchte hier keinen Anbieter bewerben oder so, aber worüber ich wirklich auch sehr dankbar bin, ist es, dass es heute erschwingliche Versicherungen gibt, die einem die Entscheidung abnehmen, ob man sich es finanziell nun leisten kann, die OP beim Hund durchzuführen oder nicht. Pepper ist mein erster Hund der dahingehend versichert ist und wir haben nur gute Erfahrungen gemacht (bis jetzt!). Rechnung fotografieren, einreichen, Geld 2 Tage später wieder da. Früher, so hat man gesagt, hätte es gereicht, wenn man jeden Monat einen kleinen Obulus für solche Fälle auf die hohe Kante legt. Nach der neuen Gebührenverordnung für Tierärzte, kann das angesparte Geld aber schnell wieder aufgebraucht sein.

Früher war es mir aber auch nicht möglich, Geld beiseitezulegen oder eine Krankenversicherung für meinen Hund abzuschließen (damals wirklich noch sehr teuer). Inzwischen ist das Angebot an Versicherern vielfältig und echt erschwinglich geworden. Ich hatte aber auch damals sehr viel Glück, dass ich so viele tolle Menschen kenne, die mir finanziell zur Seite standen, um jede OP und jedes Zipperlein mitzustemmen.

Pallina (meine erste Hündin), hatte sehr viel Probleme mit Gesäugeleistentumoren und starb dann mit 11 aber an Nierenversagen. Jiggy hatte Blasenkrebs – hier hatten wir binnen eines halben Jahres viele Narkosen, zum Einsetzen von Kathetern, Chemo und Lasern der Blase hinter uns. Also hoffen wir, dass Pepper mit ihren knapp 4 Jahren da jetzt ohne Probleme durch die OP kommt und das Zugebilde „gutartig“ ist.

PS: Peppy hat die OP überstanden. Nun heißt es: Warten. Damit umzugehen, ist aber auch wieder ein anderes Thema.

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